Wenn die Sonne scheint und die Terrasse ruft, gibt es kaum einen Drink, der so sehr für unbeschwerte Sommerabende steht wie der Aperol Spritz. Leuchtend orange, spritzig-frisch und mit seiner angenehm bittersüßen Note ist er längst zum Kultgetränk in deutschen Gärten, auf Balkonen und in Bars geworden. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du den Aperol Spritz nach Originalrezept zubereitest, worauf es bei den Zutaten wirklich ankommt, welche Fehler du vermeiden solltest und mit welchen Variationen du deinen nächsten Sommerabend noch spannender machst.
Was ist ein Aperol Spritz?
Der Aperol Spritz ist ein italienischer Aperitivo auf Basis von Aperol, Prosecco und Sodawasser. Erfunden wurde der Aperol-Likör bereits 1919 von den Brüdern Barbieri in Padua – der Spritz selbst hat seine Wurzeln jedoch in der venezianischen Trinkkultur des 19. Jahrhunderts, als österreichische Soldaten den lokalen Weinen etwas Wasser zusetzten, um sie leichter genießbar zu machen (“spritzen” = spritzen, daher der Name).
Heute ist der Aperol Spritz aus der italienischen Aperitivo-Kultur nicht mehr wegzudenken und hat sich auch international, allen voran in Deutschland, zum Sommerklassiker schlechthin entwickelt. Sein milder Alkoholgehalt von rund 9-11 % macht ihn zu einem angenehm leichten Begleiter für gesellige Stunden.
Zutaten für den perfekten Aperol Spritz
Das Schöne am Aperol Spritz: Du brauchst nur drei Hauptzutaten und wenige Minuten Zeit. Wichtig ist allerdings das richtige Mischverhältnis, damit der Drink weder zu süß noch zu wässrig schmeckt.
Die klassische 3-2-1-Regel
Für ein Glas (ca. 0,3–0,4 l) benötigst du:
- 90 ml Prosecco (trocken, gut gekühlt)
- 60 ml Aperol
- 30 ml Sodawasser (alternativ Mineralwasser mit Kohlensäure)
- Eiswürfel (großzügig, mindestens 4–5 Stück)
- 1 Scheibe Bio-Orange zur Garnitur

Warum das Mischverhältnis so wichtig ist
Viele Rezepte im Netz verwechseln die Reihenfolge oder das Verhältnis von Aperol und Prosecco. Das Original-Verhältnis lautet 3 Teile Prosecco – 2 Teile Aperol – 1 Teil Soda. Wird zu viel Aperol verwendet, schmeckt der Drink schnell zu süß und schwer; zu viel Soda macht ihn dagegen wässrig und geschmacksarm. Halte dich daher möglichst genau an die Mengenangaben, besonders wenn du den Drink für Gäste zubereitest.
Aperol Spritz Rezept – Schritt für Schritt
Die Zubereitung ist denkbar einfach und dauert keine zwei Minuten. Trotzdem gibt es ein paar kleine Kniffe, die den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Spritz ausmachen.
Schritt 1: Glas mit Eis füllen
Fülle ein großes, bauchiges Weinglas (auch Ballonglas genannt) großzügig mit Eiswürfeln. Je mehr Eis, desto länger bleibt dein Spritz schön kalt und desto weniger verwässert er im Laufe des Abends.

Schritt 2: Prosecco eingießen
Gieße zuerst den gut gekühlten Prosecco über das Eis. Diese Reihenfolge ist wichtig, da der Prosecco durch das Eis bereits gekühlt wird, bevor der Aperol dazukommt – so bleibt die Kohlensäure länger erhalten.
Schritt 3: Aperol hinzufügen
Gib nun den Aperol hinzu. Du wirst sofort sehen, wie sich die charakteristische, leuchtend orange Farbe im Glas entfaltet.
[Bildvorschau: Aperol wird aus der Flasche langsam ins Glas mit Prosecco und Eis gegossen, die Farbe verwirbelt sich orange]
Schritt 4: Mit Sodawasser auffüllen
Füge einen Schuss Sodawasser hinzu. Dieser sorgt für die feine Prickeligkeit und rundet den Geschmack ab, ohne ihn zu verwässern.
Schritt 5: Vorsichtig umrühren
Rühre den Drink mit einem Barlöffel oder Strohhalm ein- bis zweimal vorsichtig um. Zu starkes Rühren lässt die Kohlensäure zu schnell entweichen – also lieber sanft vermengen.
Schritt 6: Mit Orange garnieren
Gib zum Schluss eine Scheibe Bio-Orange dazu. Sie sorgt nicht nur optisch für das typische Spritz-Feeling, sondern gibt beim Trinken auch ein feines Zitrusaroma ab.

Das richtige Glas und Zubehör
Traditionell wird der Aperol Spritz in einem großen Weinglas oder Ballonglas serviert. Das große Volumen sorgt dafür, dass genug Platz für Eis, Flüssigkeit und Aromen bleibt und sich der Drink nicht zu schnell erwärmt. Alternativ funktioniert auch ein klassisches Gin-Tonic-Glas gut.
Als Zubehör empfehlen sich:
- Ein Barlöffel zum sanften Umrühren
- Ein Messbecher (Jigger) für präzise Mengen
- Ein scharfes Messer für gleichmäßige Orangenscheiben
Profi-Tipps für den perfekten Spritz
Alles gut kühlen. Prosecco, Aperol und Sodawasser sollten idealerweise bereits im Kühlschrank vorgekühlt sein. Das spart Eis und verhindert, dass der Drink zu schnell verwässert.
Frisches Eis verwenden. Altes Eis aus dem Gefrierfach nimmt oft Fremdgerüche an. Frisches Eis sorgt für einen saubereren Geschmack.
Bio-Orangen bevorzugen. Da die Schale mitgegessen bzw. mitgetrunken wird, lohnt sich unbehandeltes Obst.
Nicht zu früh mischen. Bereite den Aperol Spritz erst kurz vor dem Servieren zu, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
Aperol Spritz Variationen
Das Original ist und bleibt ein Klassiker – aber wer gerne experimentiert, findet hier spannende Abwandlungen für jeden Geschmack.
Hugo-Spritz-Twist
Ersetze den Aperol teilweise durch Holunderblütensirup und gib einen frischen Minzzweig sowie etwas Limette dazu. Das Ergebnis ist blumiger, leichter und weniger bitter – perfekt für besonders heiße Tage.
Rosé Spritz
Tausche den Prosecco gegen einen trockenen Rosé-Sekt aus. Das verleiht dem Drink eine elegantere Farbe und eine feinere, fruchtigere Note.
Alkoholfreier Spritz
Für die alkoholfreie Variante ersetzt du den Prosecco durch alkoholfreien Sekt und den Aperol durch Orangensaft mit einem Spritzer Bitterlimonade. So bleibt der typische Spritz-Charakter erhalten, ganz ohne Promille.
Campari Spritz
Wer es kräftiger und herber mag, greift statt zu Aperol zu Campari. Der Drink wird dadurch intensiver im Geschmack und dunkler in der Farbe.
Cynar Spritz
Eine Variante für Kenner: Cynar, ein italienischer Artischockenlikör, ersetzt den Aperol und sorgt für eine deutlich herbere, erdigere Geschmacksrichtung.
Nährwerte und Kalorien
Ein klassischer Aperol Spritz (ca. 200 ml fertiger Drink) hat im Durchschnitt etwa 140–160 Kalorien. Damit ist er im Vergleich zu vielen anderen Cocktails ein eher leichtes Getränk. Der Alkoholgehalt des fertigen Drinks liegt bei etwa 8–9 % vol, da Aperol selbst nur rund 11 % Alkohol enthält und stark verdünnt wird.
Häufige Fragen (FAQ)
Welches Glas eignet sich am besten für einen Aperol Spritz?
Am besten eignet sich ein großes, bauchiges Weinglas. Es bietet genug Platz für reichlich Eis und lässt die Aromen gut zur Geltung kommen.
Kann ich den Aperol Spritz vorbereiten?
Grundsätzlich lässt sich Aperol mit Eis schon etwas vorbereiten, den Prosecco und das Soda solltest du aber erst kurz vor dem Servieren dazugeben, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Aperol Spritz und Hugo?
Der Aperol Spritz basiert auf dem bittersüßen Likör Aperol, während der Hugo mit Holunderblütensirup, Minze und Limette zubereitet wird und dadurch deutlich süßer und blumiger schmeckt.
Wie viel Prozent Alkohol hat ein Aperol Spritz?
Der fertige Drink hat je nach Mischverhältnis etwa 8–9 % Alkohol, da Aperol nur rund 11 % Vol. enthält und mit Prosecco und Soda verdünnt wird.
Muss es unbedingt Prosecco sein?
Traditionell ja, da Prosecco dem Drink seine charakteristische Leichtigkeit verleiht. Alternativ funktionieren aber auch andere trockene Schaumweine oder Sekt.
Fazit
Der Aperol Spritz überzeugt durch seine Einfachheit: Drei Zutaten, ein klares Mischverhältnis und schon hast du den perfekten Sommerdrink im Glas. Ob klassisch nach Original-Rezept oder in einer der vielen Variationen – mit den Tipps aus diesem Guide gelingt dir jedes Mal ein Aperol Spritz wie aus der italienischen Bar. Also: Gläser kühlen, Zutaten bereitstellen und auf einen unvergesslichen Sommerabend anstoßen. Salute!
